Vom Waldbrandeinsatz an die Verbandsspitze: Traunsteiner Kreisbrandrat gewählt
Schrobenhausen (Bayern). Der Traunsteiner Kreisbrandrat Christof Grundner ist neuer Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern. Die Delegierten wählten ihn bei der Vollversammlung zum Nachfolger von Dr. Rüdiger Sobotta.
Der Wahl vorausgegangen war die zweitägige Herbstdienstversammlung der oberbayerischen Feuerwehrführungskräfte. Neben Ausbildung, Fahrzeugbeschaffungen und Bevölkerungsschutz standen insbesondere die Erfahrungen aus zwei großen Waldbrand-Katastrophenlagen im Landkreis Traunstein im Mittelpunkt.
Grundner will Zusammenarbeit und Interessenvertretung stärken
Die Delegierten der oberbayerischen Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände wählten Christof Grundner an die Spitze des Bezirksfeuerwehrverbandes. Mit dessen Aufgaben und Strukturen ist er bereits vertraut: Seit 2019 war er als stellvertretender Vorsitzender tätig.
Nach der Wahl bedankte sich Grundner für das Vertrauen. Er freue sich auf die gemeinsame Arbeit und wolle die Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes weiter stärken. Ziel sei es, die Anliegen der Feuerwehren in Oberbayern gemeinsam voranzubringen und ihnen auf politischer und verbandlicher Ebene eine starke Stimme zu geben.
Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Kreisbrandrat Stefan Kreitmaier aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gewählt. Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble, Leiter der Berufsfeuerwehr München, bleibt als weiterer stellvertretender Vorsitzender im Amt.
Stefanie Weber von der Regierung von Oberbayern und Jürgen Kohl vom Landesfeuerwehrverband Bayern gratulierten den Neugewählten und würdigten die Arbeit des bisherigen Vorsitzenden.
Abschied nach mehr als zwölf Jahren Verbandsarbeit
Dr. Rüdiger Sobotta, Kreisbrandrat des Landkreises Weilheim-Schongau, hatte den Verband seit 2019 geführt. Zuvor war er von Frühjahr 2014 bis 2019 stellvertretender Vorsitzender gewesen. Damit prägte er die Verbandsarbeit über mehr als zwölf Jahre.
Beim Kameradschaftsabend wurde ihm für sein Engagement gedankt. Passend zu seinem Hobby als leidenschaftlicher Fahrradfahrer überreichte ihm Grundner einen Gutschein für ein Fahrradgeschäft. Die symbolische Übergabe erfolgte mit einem Augenzwinkern in Form eines Kinderrads.
Bei der Vollversammlung berichtete Sobotta außerdem über laufende Aufgaben und Projekte. Für die Landkreise sind jeweils eine Fahne und ein Roll-up mit dem Verbandslogo sowie ein Brandschutzerziehungskoffer vorgesehen.
Für die Kinder- und Familienarbeit werden die bisherigen Elektroautos bei den Hüpfburgen durch Bobbycars und Kettcars ersetzt. Aufblasbare Winkefiguren sollen künftig ebenfalls bei Veranstaltungen eingesetzt werden.
Kassier Franz Waltl berichtete von einer positiven finanziellen Entwicklung. Die Vorstandschaft wurde einstimmig entlastet. Auch der Haushaltsansatz für 2027 erhielt die Zustimmung der Versammlung.
Ausbildung, Bevölkerungsschutz und neue Löschfahrzeuge
Zur vorausgegangenen Herbstdienstversammlung hatte die Regierung von Oberbayern die Kreis- und Stadtbrandräte sowie die Kreis- und Stadtbrandinspektoren eingeladen. Regierungspräsident Dr. Konrad Schober betonte bei der Eröffnung die Bedeutung einer verlässlichen Zusammenarbeit und den hohen Stellenwert der Unterstützung der Einsatzorganisationen.
Polizeipräsidentin Kerstin Schaller vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord würdigte die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Blaulichtfamilie. Zugleich appellierte sie, Aggressionen und Gewalt gegen Einsatzkräfte konsequent anzuzeigen.
Die Fachvorträge behandelten unter anderem die Lehrgangsverteilung an den Staatlichen Feuerwehrschulen für 2027, die Weiterentwicklung der Ausbildungskapazitäten und die Arbeit des neu eingerichteten Landesamtes für Bevölkerungsschutz. Die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried informierte über aktuelle Bau- und Entwicklungsmaßnahmen.
Weitere Themen waren die Neuausrichtung der Ölwehr in Bayern und Entwicklungen beim Landesfeuerwehrverband. Dessen Vorsitzender Hannes Eitzenberger berichtete auch über die erfolgreiche Sammelbeschaffung des LF 10 Bayern: Die Kommunen haben bereits 179 Fahrzeuge verbindlich bestellt.
Waldbrände verlangen enge Zusammenarbeit von Verwaltung und Einsatzleitung
Dr. Wolfgang Krämer vom Landratsamt Traunstein und Christof Grundner beleuchteten zwei große Waldbrandereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Krämer schilderte die Sicht der Verwaltungsbehörde, Grundner berichtete aus seiner Funktion als Örtlicher Einsatzleiter.
Dabei ging es zunächst darum, wann die Ausrufung eines Katastrophenfalls erforderlich und sinnvoll ist, welche rechtlichen und organisatorischen Folgen damit verbunden sind und welche Herausforderungen auf die Verwaltung zukommen.
Die Waldbrandlagen zeigten, wie weit die Aufgaben über die eigentliche Brandbekämpfung hinausreichen. Einsatzkräfte müssen koordiniert, Ressourcen organisiert und Unterstützungsleistungen abgestimmt werden. Zugleich sind Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen erforderlich. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel zwischen der Führungsorganisation vor Ort und der Katastrophenschutzbehörde.
Grundner erläuterte zudem den Nutzen moderner Technik: GPS-Tracker verbesserten die Übersicht über die Positionen der eingesetzten Kräfte im weitläufigen Gelände. Schwerlastdrohnen eröffneten zusätzliche Möglichkeiten bei der Erkundung und der Unterstützung der Einsatzplanung in schwer zugänglichen Bereichen.
Jörg Häusler, Referent für Katastrophenschutz der Bergwacht Bayern, ergänzte den fachlichen Austausch um die besonderen Herausforderungen im alpinen Gelände. Er stellte das Leistungsspektrum der Bergwacht und ihre Einsatzmöglichkeiten bei anspruchsvollen Lagen im unwegsamen Gelände vor.
Der Kreisfeuerwehrverband Traunstein gratuliert Christof Grundner zu seiner Wahl und wünscht ihm für die neue Aufgabe viel Erfolg und stets eine glückliche Hand.
Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Hubert Hobmaier
Bildquelle: BFV Oberbayern
Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion auf Grundlage des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein