Flucht über die Grenze: Polizei identifiziert zwei Polen (25, 27) nach Windrad-Diebstahl
(Zittau, OT Wittgendorf / Vierkirchen, OT Melaune, Sachsen). Nach umfangreichen Ermittlungen ist es der Polizei gelungen, zwei Tatverdächtige zu identifizieren, die für einen schweren Diebstahl an einer Windkraftanlage in Vierkirchen sowie einen Kupferdiebstahl an einer Kirche bei Zittau verantwortlich sein sollen.
Der entstandene Schaden belief sich auf über 100.000 Euro.
Täter lassen VW-Transporter zurück, Spur führt nach Polen
Am 11. Januar 2025 rief ein Zeuge die Polizei zu einem Windrad in Melaune, weil daran offenbar zwei Männer hantieren würden – mutmaßlich Diebe. Als die Beamten ankamen, stiegen die bis dahin Unbekannten in einen Audi A6 und gaben Gas. Ein VW-Transporter, den sie offenbar auch genutzt hatten, ließen sie zurück.
Die Polizisten verfolgten den Audi in Richtung polnischer Grenze. Aufgrund schlechten Wetters und der rücksichtslosen Fahrweise der Flüchtenden gelang es den Beamten nicht, die Männer zu stellen. Sie entkamen nach Polen. Gleichzeitig wurden an dem VW umfangreich Spuren gesichert, unter anderem DNA-Anhaftungen.
Bei der Tat entstand ein Schaden von mehr als 100.000 Euro. Aufgrund der erheblichen Schadenshöhe und weil es sich um einen Angriff auf kritische Infrastruktur handelte, übernahm die Kriminalpolizei den Fall.
Konsequente Ermittlungen führen zu den Tätern
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand zunächst der zurückgelassene Transporter: Wem gehörte er, wer hat ihn genutzt? Zusammen mit den polnischen Behörden gelang es den Beamten, einen der beiden Tatverdächtigen zu identifizieren. Inzwischen ist auch die Identität des zweiten klar geworden: Ein Treffer bei einer DNA-Spur hatte zu dem Mann geführt. Es handelt sich um einen 25-Jährigen und einen 27-Jährigen, beide polnische Staatsbürger.
Täter auch für Kupfer-Diebstahl an Kirche verantwortlich
Im Laufe der Ermittlungen verdichteten sich Hinweise auf eine weitere Tat des Duos: Zwischen dem 20. und 21. Dezember 2024 hatten bisher unbekannte Diebe Kupferrohre von einer Kirche in Wittgendorf bei Zittau gestohlen. Diese waren rund 600 Euro wert, außerdem wurde das Dach der Kirche stark beschädigt. So kam etwa 5.000 Euro Sachschaden dazu.
Kurz nach der Tat erfasste eine Kamera des Personen-Identifikations-Systems (PerIS) – also jener grauer Säulen an einigen Grenzübergängen – die Gesichter zweier Männer. Sie fuhren über Hagenwerder nach Polen, und zwar in genau dem VW-Transporter, der wenige Wochen später beim Windrad in Melaune stehen sollte. An dem Auto waren Kennzeichen angebracht, die kurz zuvor in Ostritz gestohlen worden waren.
Im Laufe der Ermittlungen kam die Polizei an Fotos zu den Tätern des Windrad-Falls von Melaune. Durch den Vergleich der Fotos mit den Aufnahmen des PerIS konnten die Kupfer-Diebe eindeutig identifiziert werden. Es handelte sich um dieselben Männer wie in Melaune.
Wie es weiterging
Der 25-jährige Tatverdächtige verbüßt derzeit in Polen eine mehrjährige Haftstrafe. Der 27-Jährige ist bereits in Deutschland und Polen wegen ähnlich gelagerter Delikte polizeilich in Erscheinung getreten.
Quelle: Polizei Sachsen
Bildquelle: Polizei Sachsen